Gesunder Rücken - stark und beweglich

Interview mit Sonja, Trainerin Sissi-Boxer (O-Ton)

Was sind die größten Herausforderungen des Online-Trainings für dich als Trainerin?

Die größte Herausforderung für mich ist tatsächlich, dass ich ohne Brille weniger von den Teilnehmer*innen sehe. Wenn ich selber mitmache, ist meine Brille immer beschlagen, sobald ich Korrekturhilfen zur Technikausführung geben möchte. Das ist ein wenig lästig. Sonst klappt alles super.

Was sind die größten Unterschiede zwischen Präsenztraining und Online-Training für die Teilnehmer*innen?

Boxen im SC Janus: Sonja von den Sissi-BoxernBoxen ist ja ein Kontaktsport. Im Onlinetraining schlagen wir mehrheitlich in die Luft, machen also Techniktraining, Schattenboxen, Kraft- Koordinations- und Ausdauertraining. Und ich glaube, den Leuten fehlt der Gemeinschaftsaspekt, ein bisschen nebenher plaudern, ein Kaltgetränk nach dem Training. Auch wenn wir das schon virtuell gemacht haben: Es ist nicht dasselbe, wie sich live zu sehen. Aber natürlich besser als gar nicht.

Wie motivierst du deine Kursteilnehmer*innen per Video? Wie gibst du Korrekturhilfen?

Ich versuche, mir öfter etwas Neues einfallen zu lassen. Zum Beispiel Schattenboxsparring oder virtuelle Pad-Work in einer Breakout-Session zu zweit oder neue Trainingsmethoden und Übungen. Korrekturhilfen versuche ich auf der Tonspur und durch Vormachen zu geben. Ist im Präsenztraining mit Anfassen und individueller Ansprache ein wenig einfacher.

Welche Resonanz erhälst du von Kursteilnehmer*innen?

Ich glaube, es macht allen Spaß😉.

Kannst du dir vorstellen, Online-Training künftig als Ergänzung bzw. parallel zum Präsenztraining anzubieten?

Ich denke, sobald wir wieder live trainieren können, sind die Sissi-Boxer*innen erstmal ein wenig Zoom-müde. Wir haben allerdings Sissis, die von weiter weg zum Training kommen, Wuppertal oder Düsseldorf, für die ist Online manchmal sogar praktisch. Und es gibt sogar eine Sissi-Boxerin, die kürzlich nach Norwegen gezogen ist und immer noch online mit uns von Bergen aus trainiert. Die freut sich über das Online-Angebot. Vielleicht bieten wir künftig ergänzend eine Einheit an, das hängt von der Nachfrage ab. Vorstellen kann ich es mir.

Wie hältst du dich gerade im Lockdown fit?

Ich habe das große Glück, mit meiner Frau Andrea zuhause eine tolle Trainingspartnerin mit der gleichen Leidenschaft für Kampfsport und Fitness zu haben. Wir motivieren uns quasi gegenseitig.

Im Moment trainieren wir viel mit Kettlebells: ein universell einsetzbares Gerät, was den ganzen Körper trainiert, wahnsinnig vielseitig ist und uns gerade riesig Spaß macht. Das hat uns auch dazu inspiriert, im März einen Kettlebell Kurs für alle Janüsse anzubieten. Ich habe im Lockdown das Laufen für mich wiederentdeckt und baue das auch ins Samstagstraining „Fit & Fight“ ein, bei dem es ein gemeinsames Aufwärmtraining und einen gemeinsamen Schluss gibt, und zwischendrin jede*r Teilnehmer*in eine halbe Stunde für sich selbst läuft.

Hast du schon eine Idee, wie du dein erstes Präsenztraining in diesem Jahr gestalten wirst?

Auf jeden Fall mit vielen Partnerübungen – Padwork und Sparring😉

 

Interview mit unseren Feldenkrais-Trainer*innen Paul und Perdita (O-Ton)

Interview mit unseren Feldenkrais-Trainer*innen Paul und Perdita.

Was sind die größten Herausforderungen des Online-Trainings für dich als Trainer*in? 

Perdita: Das Wesentliche nicht aus dem Blick verlieren – so lässt sich das vielleicht zusammenfassen. Im Unterschied zum Präsenzunterricht, bei dem jede/r Teilnehmer*in in Gänze zu sehen ist, gibt es im Online Unterricht immer wieder „blinde Stellen“. Dazu gehören, abgesehen von gelegentlichen technischen Störungen, dunkle Trainingskleidung auf dunkler Matte und mitunter fehlende Sicht auf einzelne Körperteile. Da es beim Feldenkrais auf die Durchlässigkeit der Bewegungsabläufe ankommt, bin ich als Trainerin – mit eingeschränkter Sicht – gefordert, mehr noch als im Präsenzunterricht verbale Angebote zu machen, was möglicherweise zu spüren wäre.

Was sind die größten Unterschiede zwischen Präsenztraining und Online-Training für die Teilnehmer*innen?

Feldenkrais (c) IFF/Robert Golden

Foto: IFF/Robert Golden

Paul: Die Bewegungen im Feldenkrais Training sind – ob in Präsenz oder Online – gleich gut für die Teilnehmer*innen auszuführen, einen Unterschied gibt es auf der Ebene des Miteinanders. Online fehlen die kleinen Gespräche der Teilnehmer*innen untereinander, das gemeinsame Erleben der Bewegungsabläufe und das Schauen nach rechts und links zwischendurch: „Was macht denn mein Trainings-Nachbar / meine Trainings-Nachbarin?“

Welche Resonanz erhältst du von Kursteilnehmer*innen?

Perdita: Hier gibt es eigentlich keinen Unterschied zw. Präsenz- und Onlineunterricht. Der Cut erfolgte am Anfang der Corona Pandemie. Sehr rasch haben sich die Teilnehmer*innen für bzw. gegen Onlineunterricht entschieden. Diejenigen, die die ZOOM Kurse besuchen, betonen, wie froh sie in Corona Zeiten über dieses Angebot des SCJ sind. Manche können sich sogar vorstellen, teilweise weiterhin Onlinekurse zu besuchen.

Kannst du dir vorstellen, Online-Training künftig als Ergänzung / parallel zum Präsenztraining anzubieten?

Paul: Ja, auf jeden Fall! Feldenkrais eignet sich hervorragend für Online- und Präsenztraining. Teilnehmer*innen können wählen, ob sie Online Feldenkrais at home bevorzugen, z. B. wenn sie weit vom Trainingsort entfernt wohnen oder aus zeitlichen Gründen Online Feldenkrais besser in ihren Tagesablauf integrieren können. Das Präsenztraining schafft Gemeinschaft und ist gerade für uns, den SC Janus, die erste Wahl. Das gemeinsame Erleben, der Austausch und die Freude an Feldenkrais lassen sich leichter in Präsenz erfahren.

 

Interview mit Steffen Lüdtke, Trainer „gesunder Rücken – stark und beweglich“ (O-Ton)

Was sind die größten Unterschiede zwischen Präsenztraining und Online-Training für die Teilnehmer*innen?

Im Normalfall wird man komisch angeguckt, wenn man lange mit sich selbst spricht. Hier ist es auch gut, dass ich die Kurse von zu Hause aus gebe! Über 60 Minuten ohne Gesprächspartner*in dennoch immer mit seinen Worten dran zu bleiben ist eine der größten Herausforderungen beziehungsweise Unterschiede zu Präsenzkursen. Hier kann eine Verbindung oft leichter durch den Dialog entstehen.

Wie motivierst du deine Kursteilnehmer*innen per Video? Wie gibst du Korrekturhilfen?

Ich versuche im Kurs möglichst jede Bewegung im Detail zu beschreiben und immer wieder an mögliche Stellen Aufmerksamkeit zu bringen, die in der Ausführung besonders anfällig sind. Ich bin der Erste, der von fortgeschrittenen Fitnessübungen abrät, sollte der oder die Ausführende noch nicht das richtige Körpergefühl haben, oder schier keine gute Anleitung bekommen haben.

Kannst du dir vorstellen, Online-Training künftig als Ergänzung bzw. parallel zum Präsenztraining anzubieten?

Durch den Wegfall des Fahrtwegs ist die Motivation oder das Überwinden von inneren Fluchtversuchen vielleicht nochmal leichter. Mir fehlt die frische Luft und das Wir-Gefühl einer gemeinsamen, sich anfeuernden Gruppe, aber als Ergänzung sind diese Kurse auf jeden Fall eine gute Wahl. Schauen wir, wie sich das Jahr entwickelt😉

Wie hältst du dich gerade im Lockdown fit?

Der Lockdown hat mir auf jeden Fall Zeit und Raum gebracht, mich vermehrt mit der Ernährung auseinander zu setzen. Fitness beginnt nicht mit der ersten Liegestütze oder einer geraden Haltung, sondern schon da, wo wir erste Grundbedürfnisse erfüllen wie Essen und Schlafen.

Hast du schon eine Idee, wie du dein erstes Präsenztraining in diesem Jahr gestalten wirst?

Die Sonne hat sich sehen lassen! Und sobald kleinere Gruppen sich draußen wieder gemeinsam bewegen dürfen, werde ich meinen Outdoor-Kurs mit dem Janus super gerne wieder anbieten. Gleichzeitig vermisse ich abseits des Trainerdaseins natürlich auch meine Volleyballjungs und -mädels, es warten mit Sicherheit aber auch weitere Projekte, gern auch mit dem Janus, auf mich.

 

Bild: Pexels/Andrea Piacquadio

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